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Verarbeitung des Flachses

Rupfen
Vor dem Ausreifen der Kapseln wird der Flachs geerntet: Der Flachs wird gerupft und handvollweise, kreuzweise übereinandergelegt. Der Flachs wird gebündelt und danach in kleinen Garben zum Trocknen auf dem Feld aufgestellt. Wenn die Kapseln nachgereift sind, kommen die Garben in die Scheune.

Riffeln
Man muss versuchen die Kapseln von den Stängeln zu lösen verwendet. Dazu wird eine Handvoll Flachs durch einen Eisenrechen gezogen, der 10-20 spitze Eisenzähne hat. Die Kapseln der Bollen werden aufgefangen, dann gedroschen, gesiebt und entweder als Samen verwendet oder zu Leinöl geschlagen. Leinöl wurde als Speiseöl oder als Heilmittel verwendet. Das Abfallprodukt Leinkuchen war Viehfutter. Die Stängel bringt man nun wieder auf die Felder zur sogenannten Tauröste. (Erik)

Verarbeitung des Flachses

3.) Tauröste
Man braucht sie, um den Pflanzenleim, der den Bast an den Stängel bindet, aufzulösen. Das anschließende Brechen wird so leichter. Auf Wiesen legt man Flachsbündel, die in der Feuchtigkeit verrotten. Manchmal wurden die Stängel in Bäche und Seen gestellt.Weil die Gewässer dadurch aber verunreinigt wurden, wurde es verboten. Manche Leute bauten sich deshalb extra Röstgruben.Wenn der Gärungsprozess beendet ist, wird der Flachs zum Dörren gebracht.

4.)Dörren
Der Flachs wurde getrocknet, um die Flachspflanze hart und brüchig zu machen. Früher geschah es teilweise in Brotbacköfen. Das war sehr gefährlich, denn es konnten Brände entstehen. Deshalb bauten die Leute außerhalb des Ortes Brechhütten. (Carina)

Verarbeitung  des  Flachses
Bleuen:
Der Fachs wird in Bündeln auf den Boden gelegt. Mit einem hammerähnlichen Holzgerät wird er dann geschlagen (,,gebleut"). Zu späterer Zeit wurden  die Flachsbüschel auf einen Holzblock gelegt und mit einem kurzen Hammer geklopft.

Brechen:
Man verwendete hierzu Flachsbrechen.  Das sind Holzgeräte, die oft schön gearbeitet und reich verziert als Hochzeitsgut mitgegeben wurden.Wenn der Brechhebel auf- und abschlägt,wird der Stängel geschmeidig. Man beginnt am Wurzelende und  zieht das Bündel  langsam durch die Breche - alles Grasige, Strohige soll "gebrochen" werden.  (Christiane)

Verarbeitung des Flaches

Schwingen:
Nun wird der Flachs "geschwungen," um die noch haftenden Holzteilchen herauszuklopfen. Die Faserbündel legt man deshalb in eine Vertiefung des Schwingstockes und schlägt seitlich mit dem Schwingmesser nach unten durch die Fasern. (Tanja)

Verarbeitung  des  Flachses

Hecheln:
Wir kennen die Redensart "jemand wird durchgehechelt". Trafen sich Frauen und Mädchen zum Hecheln, so erzählte man sich den neuesten Dorfklatsch.Von der durchgehechelten Person blieb nicht viel übrig und so ist es auch beim Flachs. Das Hecheln erfordert viel Geschick. Auf dem Hechelstuhl gibt es meistens 3 Hecheln: eine grobe, eine mittlere und eine feine. Der Flachs wird umso feiner, je öfter er durch die Hecheln gezogen wird.Werg ist der Abfall. Er wurde oft zu gröberem Leinen versponnen (für Bettbezüge, Handtücher). (Anja)

Verarbeitung des Flachses 

Spinnen:
Oft kommen die Nachbarn,Verwandte und Freunde zum "Vorsetz" zusammen. Anfangs wurde mit der Handspindel gesponnen. Bei uns im hohenlohisch-fränkischen Raum setzte sich das Sinnrad später als anderswo durch.

Weben:
Spinnen war das Vorrecht der Frauen, während das Weben bei uns Männersache war. Der Webstuhl war oft in der großen Stube, und abends webten der Bauer und der Großknecht das Tuch. (Monika)

Flachsbrechhütten

An Flurwegen außerhalb der Dörfer lag die Brech - und Dörrhütte der Gemeinde. Dies war ein langgezogener schmaler Steinbau mit niedrigem Ziegeldach. Er war fast fensterlos und hatte mindestens zwei Eingänge. Das eine Tor führte in den Brechraum. Dort wurde der Flachs von den Frauen mit Riffeln und Flachsbrechen bearbeitet. Daneben lag ein abgeteilter zweiter Raum für den Dörrvorgang. In dem Raum gab es ein Steinrund für den Dörrofen. Der wurde von einer Feuerstelle, die außerhalb lag, bestückt. Durch einen Kanal strömte Rauch und Hitze. Auf einem Rost wird der aufgeschichtete Flachs gedörrt. (Jasmin B.)

Wie hat man früher gefärbt?

Früher trugen viele Bäuerinnen und Hausfrauen ihr gebleichtes Leinen zum Blaudrucker oder zum Färben.Blaudruck ist eine "Reservierungstechnik." Die Druckstöcke mit den Mustern wurden in einen Brei aus Tonerde, Gummi, Alaun, Blaustein und Grünspan gedrückt und auf das Leinen gepresst. So wurde das Muster auf dem Stoff für das Färben ausgespart.Nach dem Färben war der Stoff blau mit weißem Muster. (Elena, Melanie, Marcel, Monika)

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